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Unverhoffte Gastfreundschaft in Goring, Schreck am Ofen & Weiterreise nach Westerham | Ep. 88

aus Camping und Abenteuer mit Kind und Hund – Familienreisen im Oldtimer-Wohnmobil · 12.09.2026 · 47 Min.

Beschreibung

In dieser 88. Folge berichten wir von einem Tag voller unerwarteter Begegnungen, schöner Spaziergänge, einem Schreckmoment am Abend und der Weiterreise am nächsten Morgen. Unser Morgen begann etwas außerhalb von Goring. Wir wurden bereits gegen 5:39 Uhr vom vorbeifahrenden Zug- und Güterverkehr geweckt. Nach dem Aufstehen schnappten wir uns unseren Sohn Valentin sowie Hund Mila und machten einen Spaziergang entlang der Themse. Auf den alten Kuhweiden entdeckten wir zwar Fladen, aber keine Kühe – dafür gab es schöne Häuser und vorbeituckernde Bötchen zu beobachten. Da das Wetter auf dem offenen Feld schnell warm wurde und Valentin die Hälfte der Strecke getragen werden wollte, zog sich der Rückweg etwas in die Länge. Zurück am Wohnmobil trafen wir noch einmal den Mann mit dem Pferdetransporter (Horse Trailer), den wir bereits am Vortag kennengelernt hatten. Obwohl er schon seit Jahren in England und Wales unterwegs ist, konnte er uns für Kent und Canterbury leider keine konkreten Tipps geben, da er sich meist weiter im Westen aufhält. Gerade als wir alles für die Weiterfahrt bereit gemacht hatten und eigentlich nur zum Einkaufen aufbrechen wollten, sprang ein Mann auf einem Fahrrad um unser Wohnmobil herum. Zunächst befürchteten wir, es handle sich um einen Park Ranger, der uns wegen des Stehens verweisen wollte. Doch es stellte sich heraus: Er sprach Deutsch! Es war Felix, der Groundskeeper (Verwalter) eines beeindruckenden, historischen Anwesens aus der viktorianischen Zeit direkt um die Ecke. Nach einem kurzen Gespräch lud er uns spontan ein, nach unserem Einkauf auf das Gelände zurückzukehren und dort kostenlos zu übernachten. Wir fuhren anschließend zum Einkaufen – unter anderem zum Sainsbury's für einen warmen Kaffee sowie weiter zu Aldi nach Didcot. Bei Aldi besorgte Valentin sogar ein kleines Cordeichhörnchen als Geschenk für Mila. Nach der Rückkehr nach Goring zeigte uns Felix das weitläufige Anwesen, das bis hinunter zur Themse reicht – inklusive Bootshaus, einem eigenen Brunnen und einem beheizten Poolgebäude, in dem regelmäßig Schwimmunterricht für die lokale Gemeinde stattfindet. Später machten wir noch einen Ausflug zum nahegelegenen Naturschutzgebiet "Hartslock". Auf dem Rückweg begegneten wir Eseln sowie Pferden und Valentin meisterte einen Großteil des Weges selbst. Am Abend wurden wir schließlich von Felix zum Essen auf dem Gelände eingeladen. Er hatte den Tisch draußen bereits liebevoll hergerichtet – mit selbstgemachtem Apfelsaft von eigenen Bäumen, Rotwein und einem wärmenden Außenofen. Wir holten Essen vom örtlichen Thai-Lotos-Takeaway. Mila durfte sich auch zu Felix' Hund Willow gesellen, was draußen am Tisch überraschend gut funktionierte. Leider nahm der gemütliche Abend eine abrupte Wende: Valentin, der den ganzen Tag über vor Energie wie ein "Duracell-Hase" herumgeflitzt war, stützte sich beim Herumlaufen versehentlich seitlich an dem über 200 Grad heißen Außenofen ab. Das Gebrüll war riesig. Wir kühlten die verbrannte Hand sofort mit Wasser aus der Karaffe, liefen nach drinnen an das Spülbecken und nutzten schließlich ein Eispack von Felix. Da Valentin sich durch die Kombination aus Müdigkeit, Schmerzen und Überreizung gar nicht mehr beruhigen ließ und in eine echte "Frenzy" geriet, brachten wir ihn ins Bett und gaben ihm schließlich Paracetamol-Saft zur Schmerzlinderung. Am darauffolgenden Folgetag starteten wir nach den Ereignissen des Vorabends mit einer ausgiebigen Dusche am Morgen in den Tag. Nach einer herzlichen Verabschiedung von Felix ging es für uns zur nächsten Etappe: Wir traten die Fahrt zum Parkplatz in Westerham an. Trotz des schrecklichen Endes am Ofen bleiben wir extrem dankbar für die unglaubliche Gastfreundschaft, die wir in Goring erleben durften.