
Wer nichts mehr bauen kann, verliert die Zukunft
aus Thomsen & Thomsen Zukunftstalk · 22.07.2026 · 38 Min.
Beschreibung
Deutschland hat sich lange eingeredet, die Zukunft gehöre vor allem Software, Beratung und Dienstleistungen. Fabriken galten als Relikte der Vergangenheit, industrielle Arbeit als austauschbar und Produktion als etwas, das sich problemlos ins Ausland verlagern lässt. Doch mit Batterien, Halbleitern, Robotik und physischer KI beginnt eine neue industrielle Epoche. Plötzlich wird eine Fähigkeit wieder entscheidend, die selten, komplex und enorm wertvoll ist: aus Ideen reale Produkte zu machen – und sie in großer Stückzahl, hoher Qualität und zu wettbewerbsfähigen Kosten zu produzieren. Während Tesla ein ehemaliges Automobilwerk zur Roboterfabrik umbaut, wird in Deutschland über Werksschließungen, Stellenabbau und den Rückzug aus neu aufgebauten Produktionskapazitäten diskutiert. Haben wir den Wert industrieller Kompetenz fundamental unterschätzt? Warum behandeln wir Fabriken als Altlast, obwohl sie zur strategischen Infrastruktur der nächsten Technologiewelle werden könnten? Und wie kann Deutschland seine industrielle Substanz nicht nur erhalten, sondern für Robotik, Energiespeicher, autonome Systeme und die nächste Generation physischer Produkte neu nutzen? In dieser Folge sprechen wir über die Mär von der Dienstleistungsgesellschaft, die Rückkehr der Produktion und eine unbequeme Frage: Verliert Deutschland gerade die Fabriken, die es für seine Zukunft dringend brauchen wird?