
Wo liegt die Herausforderung „Mutterschutz“ für niedergelassene Ärztinnen, Frau Dr. Jesswein?
aus ÄrzteTag · 08.05.2026 · 35 Min.
Worum es geht
In der Episode wird die Problematik des Mutterschutzes für niedergelassene Ärztinnen thematisiert, wobei insbesondere die finanziellen Risiken und organisatorischen Herausforderungen im Vordergrund stehen. Frau Dr. Jeswein berichtet von einem Antrag, den sie gemeinsam mit anderen Delegierten beim Deutschen Ärztetag eingereicht haben, um eine verlässliche gesetzliche Regelung für den Mutterschutz in der Selbstständigkeit zu erreichen. Trotz bestehender bürokratischer Möglichkeiten wie Vertretungen und Assistenten bestehen Unsicherheiten und finanzielle Belastungen, die Frauen von einer Niederlassung abhalten könnten. Es wird betont, dass eine klare gesetzliche Regelung notwendig ist, um die Gleichstellung zu fördern, rechtliche Unsicherheiten zu minimieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Zudem wird die Bedeutung einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf hervorgehoben, um den Fachkräftemangel in der Versorgung zu mildern.
Beschreibung
Haben niedergelassene Ärztinnen im Mutterschutz und in Erziehungszeiten eher einen Vorteil durch hohe Flexibilität bei Vertretungsregelungen oder eher Nachteile durch das finanzielle Risiko bei der Organisation von Vertretung? Ein kleiner Passus im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD im Bund hat die Diskussion über Mutterschutz für niedergelassene Ärztinnen befeuert: „Wir wollen einen Mutterschutz für Selbstständige analog zu den Mutterschutzfristen für Beschäftigte einführen.“ Bei der Frühjahrstagung des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands in Magdeburg haben die Delegierten einstimmig einen Antrag beschlossen, der die Politik auffordert, „den gesetzlichen Mutterschutz für selbstständige, niedergelassene Ärztinnen unverzüglich an die Regelungen für angestellte Ärztinnen anzugleichen“. Die Initiatorinnen befürchten, dass die Nachteile im Mutterschutz dazu führen, dass Ärztinnen sich später niederlassen oder ganz davon absehen könnten. Beim Deutschen Ärztetag in Hannover wollen die Hausärztinnen und Hausärzte einen entsprechenden Antrag einbringen, um der Forderung noch mehr Nachdruck zu verleihen. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert die Mit-Initiatorin des Beschlusses Dr. Nadja Jesswein die Herausforderungen für niedergelassene Ärztinnen in der Schwangerschaft. Die Hausärztin aus Oldenburg beschreibt die Probleme, die sie gehabt hat, als sie als niedergelassene Ärztin in einer Einzelpraxis schwanger wurde. Und sie erläutert, warum es in der Praxis nicht so einfach ist, eine Vertretung zu finden, und welche finanziellen Belastungen dadurch entstehen können, wenn die Praxischefin in der Schwangerschaft längere Zeit ausfällt. Im Gespräch geht es nicht zuletzt um die Möglichkeiten, über Entlastungsassistentinnen oder -assistenten die Erziehungszeiten zu überbrücken und dabei vielleicht sogar die eigene Praxis weiterzuentwickeln – aber auch um die Einschränkungen, die dabei zu beachten sind.
Themen
- Mutterschutz für niedergelassene Ärztinnen
- Rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen
- Geschlechtergerechtigkeit in der medizinischen Selbstständigkeit
- Politische Einflussnahme auf ärztliche Versorgung