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Wie bringt man Klimaschutz und Wirtschaftskraft zusammen, Gabriele Hässig?

aus MUT - Der Deutschland Talk mit Tijen Onaran · 03.06.2026 · 53 Min.

Beschreibung

Im aktuellen „MUT-Talk“ besucht Tijen Onaran Gabriele Hässig, Geschäftsführerin Kommunikation und Nachhaltigkeit bei Procter & Gamble, am Forschungsstandort bei Frankfurt. Hässig arbeitet seit mehr als 35 Jahren für den internationalen Konzern, zu dem Marken wie Pampers, Ariel und Gilette gehören. Hässig nimmt bei ihrem Herzensthema Nachhaltigkeit eine doppelte Veränderung war. Zum einen sei „der Hype vorbei“. Zum anderen habe die Bedeutung des Themas angesichts des Klimawandels weiter zugenommen. Die P&G-Geschäftsführerin kritisiert, dass der Nachhaltigkeitsdiskurs lange von einer kleinen, aktivistischen Gruppe dominiert wurde, die sich einen Überbietungswettbewerb geliefert habe, wer der bessere Mensch sei. Hässig erklärt im „MUT-Talk“ ihren Ansatz: Wer wirklich etwas verändern wolle, müsse bei den Bedürfnissen der Menschen anfangen. Produkte müssten genauso gut sein wie zuvor und gleichzeitig nachhaltiger werden. Einen Kompromiss zwischen Leistung und Ökologie akzeptiere die breite Mehrheit nicht. Als konkretes Beispiel nennt Hässig eine gemeinsame Initiative von Ariel und dem WWF. P&G hat analysiert, dass das Erhitzen von Wasser beim Wäschewaschen der größte einzelne CO2-Posten über alle Kategorien und Marken hinweg ist. Mit der Kampagne „Wir drehen runter“ soll die durchschnittliche Waschtemperatur gesenkt werden. „Ich kann die Waschmaschine nutzen, die ich zu Hause habe. Ich muss nichts investieren und bekomme die Wäsche total sauber“, so Hässig. „Ohne Zeigefinger, sondern mit einem besseren Angebot“ soll so Klimaschutz betrieben werden. Hässig berichtet, dass P&G derzeit eine gewisse Kaufzurückhaltung erlebt. „Wenn man sich die Daten anschaut, sieht man, dass die Stimmung sehr weit unten und die Inflationserwartung sehr hoch ist.“ Als Unternehmen sei es dann wichtig, ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis für Kunden zu schaffen. Hässig nimmt dabei auch die Politik in die Pflicht. Sie fordert den Abbau von Überregulierung: „Man kann die Zukunft nicht durchregulieren“, erklärt die Geschäftsführerin. „Das macht uns nicht innovationsoffen.“ Ordnungspolitik sei wichtig – aber sie solle den Rahmen setzen, nicht die Lösung vorschreiben. Gleichzeitig lobt Hässig den „großartigen Standort“ Deutschland. Sie macht das unter anderem an einer gut ausgebildeten Bevölkerung, einer guten Infrastruktur und einem guten Forschungsnetzwerk fest. „Es gilt, das weiter auszubauen, um diese Stärken besser zu nutzen“, fordert die P&G-Geschäftsführerin.