
"Die Deutschen lehnen Klimaschutz-Vorgaben noch mehr ab als Corona-Maßnahmen" | Katrin Schmelz (Santa Fe Institute)
aus Das Klima-Labor von ntv · 07.05.2026 · 39 Min.
Worum es geht
In der Episode erläutert Katrin Schmelz, dass schlecht gestaltete Klimaschutzmaßnahmen, insbesondere solche, die die individuelle Freiheit einschränken oder als kontrollierend wahrgenommen werden, die Akzeptanz bei Menschen mit grünen Werten erheblich verringern können. Sie hebt hervor, dass eine hohe Reaktanz, also Widerstand gegen Maßnahmen, bei über 50 Prozent der Bevölkerung besteht und bei Klimamaßnahmen oft sogar stärker ausgeprägt ist als bei Corona-Maßnahmen. Die Forschung zeigt, dass Maßnahmen, die das Gefühl der Freiheit einschränken, langfristig das Vertrauen in politische Institutionen und die Unterstützung für nachhaltige Politik schwächen können. Statt auf kurzfristige, kontrollierende Vorschriften zu setzen, empfiehlt sie, auf stabile, wertebasierte Strategien und gut durchdachte Alternativen zu setzen, um Widerstand zu minimieren und die Akzeptanz zu sichern. Besonders wichtig ist die Kommunikation, die auf die Werte der Menschen eingeht und ihnen das Gefühl gibt, ihre Freiheit nicht unnötig zu beschneiden.
Beschreibung
Als Robert Habeck sein Heizungsgesetz vorstellt, rebellieren Teile der Republik. Katrin Schmelz überrascht das nicht. Die Verhaltensökonomin erforscht die Akzeptanz von Klimaschutz. Das Ergebnis: Mit falsch gemachtem Klimaschutz verliert die Politik selbst die Leute, die ihn eigentlich unterstützen. Menschen möchten sich nicht vorschreiben lassen, wie sie heizen oder kochen sollen. "Fühlen sich Menschen in ihrer Freiheit eingeschränkt? Das ist der entscheidende Aspekt", sagt Schmelz im Podcast. "Eine Vorgabe zur Regulierung der Wohnraumtemperatur oder des Fleischkonsums würde mehr Widerstand hervorrufen als die Corona-Impfpflicht." Außerdem im Podcast: - Wie ist das Leben als überzeugte Radfahrerin in Santa Fe? - Warum wurde Katrin Schmelz von der "amerikanischen Freundlichkeit" überrascht? - Wo hat Norwegen Klimaschutz fast perfekt umgesetzt? - Warum würden die Menschen Tempolimit und Flugverbote akzeptieren, nicht aber Vorgaben zum Fleischkonsum? Gast: Dr. Katrin Schmelz, Verhaltensökonomin und Psychologin. Sie erforscht am Santa Fe Institute im US-Bundesstaat New Mexiko und bald an der Technischen Universität Dänemark (DTU) die Akzeptanz von Nachhaltigem Verhalten. Moderation: Clara Pfeffer und Christian Herrmann Wir freuen uns über Feedback und Zuschriften: klimalabor@ntv.de Ihr möchtet uns unterstützen? Dann bewertet das "Klima-Labor" bei Apple Podcasts oder Spotify Das Interview als Text? Einfach hier klicken. Dieser Podcast wird vermarktet von Julep Media: sales@julep.de Wir verarbeiten im Zusammenhang mit dem Angebot unserer Podcasts Daten. Wenn Sie der automatischen Übermittlung der Daten widersprechen wollen, melden Sie sich hier: datenschutz@julep.de
Themen
- Verhaltensökonomie und Entscheidungsfindung
- Akzeptanz und Reaktanz bei Klimaschutzmaßnahmen
- Politik und gesellschaftliche Werte im Klimaschutz