
Jesu wahre Verwandte?
aus Feministische Bibelgespräche · 18.05.2026 · 38 Min.
Worum es geht
Die Episode beschäftigt sich mit einer detaillierten Analyse der Szene im Markusevangelium, in der Jesus gefragt wird, wer seine Mutter und Geschwister sind. Die Gastgeberinnen hinterfragen die herkömmliche Interpretation eines Familienkonflikts und schlagen vor, die Szene aus einer befreiungstheologischen Perspektive zu lesen. Dabei wird die Bedeutung der Übersetzung einzelner Wörter, wie 'freigelassen', hervorgehoben, um die politische Bedrohung durch die Sicherheitskräfte des Herodes zu verdeutlichen, die Jesus mit Gewalt festnehmen. Es wird deutlich, dass die 'Angehörigen' in der Bibelstelle nicht seine Verwandten, sondern die Sicherheitskräfte sind, die ihn aus politischen Gründen verhaften wollen. Die Diskussion zeigt, wie eine sprachliche Neuausrichtung die Sicht auf Jesus' Verfolgung, seine Beziehung zu seiner Mutter und die Bedeutung von Unterstützung und Gemeinschaft verändern kann. Die Szene wird dadurch zu einem Symbol für den Widerstand gegen Unterdrückung und die Bedeutung sozialer Verantwortung, was sowohl historische als auch heutige Kontexte betrifft.
Beschreibung
In einer Episode im Markusevangelium (Mk 3,30-35) fallen von Jesus die Worte: „Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Geschwister?“ In dieser Folge stellt Luzia Sutter Rehmann die gängige Auslegung, hier gehe es um einen Familienkonflikt, Wort für Wort und Schritt für Schritt in Frage: Warum eilen Jesu Mutter und Geschwister herbei und rufen Jesus heraus? Wird er gegen seinen Willen festgehalten? Ist er in einer Notsituation? Braucht er Hilfe? Aus einer befreiungstheologischen Perspektive gelesen, öffnet sich der Blick auf eine Todesbedrohung durch die Gefolgsleute des Herodes.
Themen
- Bibelinterpretation im Markusevangelium
- Befreiungstheologie und politische Unterdrückung
- Jesus' Beziehung zu Mutter und Unterstützern
- Übersetzungsvarianten und deren Einfluss auf das Textverständnis