
Klopp Wunderheiler der DFB-Elf?
aus Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne · 26.09.2026 · 3 Min.
Beschreibung
260926PC Klopp ist kein Wunderheiler Mensch Mahler am 26.9.2026 Jürgen Klopp ist auch nur ein Mensch. Sein Auftaktspiel als DFB-Trainer in Amsterdam gegen die Niederlande in der Nations-League endete 1:1. Damit hat er sein Debüt nicht gewonnen. Dennoch hat sich etwas am deutschen Fußball verändert. Was genau? "Man hat gesehen, die Mannschaft will unbedingt: Da wurde gerannt und gekämpft und gespurtet, wie ich das von einer deutschen National-Elf seit vielen Jahren nicht mehr gesehen habe", so der Eindruck von Philipp Köster, Chefredakteur des Fußballmagazins 11 Freunde. Seiner Meinung nach waren mit Schade und Adeyemi zwei schnelle Leute dabei, "die auch für richtig Schwung gesorgt haben". Das war schon eine andere National-Elf, die das ganze Prinzip von Klopp - also pressen und den Gegner über den ganzen Platz jagen - sehr gut umgesetzt hat. Dennoch warte auf Jürgen Klopp und sein Team noch einiges an Arbeit: Die Fehlerquote sei trotz des großen Einsatzes noch hoch, vor allem in der Defensive: Da war es nach Kösters Ansicht mangels ordentlicher Abstimmung teilweise wild zugegangen: "Da haben sich die Abwehrleute fast über den Haufen gerannt wie in einem alten Dick-und-Doof-Film." Da müsse man noch an die Feinjustierung ran - so, wie Klopp das schon vor dem Spiel gesagt habe: Es ist der Anfang eines längeren Weges. Insgesamt zieht der Chefredakteur von 11 Freunde ein positives Fazit, obwohl man einige Baustellen gesehen habe. "Wir haben ja eigentlich gedacht, dass wir die Torhüter-Position mit Marc-André ter Stegen jetzt gut besetzt haben. Der war auf der Linie Weltklasse, aber in der Strafraumbeherrschung war er ziemlich mau und mit ein paar Fehlpässen, für die man auch in der Zweiten Liga ausgepfiffen worden wäre." Ansonsten gehe es um Feinabstimmung und dass man das Pressing-Konzept ordentlich umsetzt. "Aber die Mannschaft ist willig", so Köster. Es ist ein anderes Feuer drin als noch unter Julian Nagelsmann. "Julian Nagelsmann war einer, der eher die Hände in den Hosentaschen vergraben hat." Und Hansi Flick habe auch nie viel diskutiert. "Jürgen Klopp hat sich dagegen mit seinem niederländischen Kontrahenten Xavi das eine oder andere Gestikulier-Duell geliefert. Er hat versucht, die Mannschaft anzufeuern und zu zeigen: Ihr dürft Fehler machen und auch mal ein paar Probleme haben, aber ihr sollt immer weiter nach vorne und immer wieder den Ball erobern. Da hat er, glaube ich, ein bisschen vorgelebt, was er auch von seiner Mannschaft sehen möchte." Dass Klopp nur ein 1:1 geholt hat, ist für Köster nur ein "Kratzer im Lack". Es dämpfe die teilweise enorme Erwartungshaltung ein bisschen, was gut sei. Alle haben ja gedacht, er ist der Wunderheiler, der der Nationalmannschaft nur die Hand auflegen muss - und alles ist schon gut und wir sind Top-Favorit. So geht’s natürlich nicht. Die Niederlande, die auch eher zur europäischen Spitze gehörten, hätten das auch sehr gut gezeigt. "Klar ist aber auch, die deutsche Mannschaft braucht Geduld. Klopp hat jetzt 44 Spieler nominiert. Da wird es einen ordentlichen Konkurrenzkampf geben." Köster ist sich sicher, "dass wir in einem Jahr eine ganz andere Klopp-Mannschaft sehen werden als am Donnerstagabend." Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.