
Wie denkt ein Spielehistoriker über den Index & beschlagnahmte Games? | mit: Forscher Nico Nolden
aus OK COOL · 26.09.2026 · 72 Min.
Worum es geht
In der Folge spricht Dom Schott mit dem Spielehistoriker Nico Nolden über die Praxis der Indexierung und Beschlagnahmung von Computerspielen durch die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz. Am Beispiel des Spiels Return to Castle Wolfenstein wird erläutert, wie und warum bestimmte Spiele aus dem Handel genommen oder nur in geschnittener Version verfügbar sind. Dabei wird die moralische und gesellschaftliche Dimension von Jugendschutzmaßnahmen thematisiert, die sich im ständigen Wandel befinden. Zudem wird die Bedeutung des öffentlichen Diskurses über indizierte Spiele hervorgehoben, da deren Ausgrenzung aus dem Handel oft auch eine Ausgrenzung aus der Diskussion bedeutet. Abschließend wird die Idee einer Ausstellung diskutiert, die solche kontroversen Spiele und ihre Geschichte zugänglich macht, um Aufklärung und Reflexion zu fördern.
Beschreibung
Seit vielen Jahrzehnten hat die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (früher: BPjM) ein wachsames Auge auf die Medien, die sich zum Sprung ins deutsche Verkaufsregal bereit machen. Dazu gehören Filme, Serien und eben auch Spiele. Ein ausführlicher und über die Jahre gewachsener Kriterienkatalog regelt, welche Games hierzulande frei verfügbar im Handel erscheinen - und welche auf dem Index landen, also: nicht mehr beworben und vertrieben werden dürfen. In einigen Fällen wird sogar eine Beschlagnahme entschieden, die bereits den bloßen Besitz strafbar macht. Der Sinn dieses Verfahrens: Potentiell gefährdende, verrohende oder verfassungsfeindliche Spiele auszusortieren, immer wieder begleitet von einer Diskussion über Kunstfreiheit, den Vorwurf von "Bevormundung" und die Frage, wie sinnvoll ein solches Verfahren im Zeitalter des ungesteuerten Internets noch sein kann. Und genau diese Frage liegt heute auf dem Tisch von Dom Schott, der sich für diese Diskussion den Historiker Nico Nolden geschnappt hat. Nico forscht und lehrt seit Jahren an der Schnittstelle von Spielen, Geschichte und Erinnerungskultur - und hat in seiner Arbeit immer wieder einmal mit dem berüchtigten Index zu tun gehabt. Gemeinsam diskutieren sie das Für und Wider des Verfahrens, betrachten Einzelbeispiele und stricken wagemutige Zukunftspläne für eine ganz besondere Ausstellung.
Themen
- Indexierung und Beschlagnahmung von Computerspielen
- Jugendschutz und moralische Normen in Medien
- Geschichte und Entwicklung von Wolfenstein
- Diskurs über Gewalt und Kunstfreiheit in Spielen
- Forschung und Vermittlung von Spielgeschichte