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Johannes Junius – Bürgermeister stirbt im Hexenprozess

aus DUNKEL – Wahre Verbrechen aus der Geschichte · 10.03.2026 · 45 Min.

Beschreibung

Ein schwaches Kerzenlicht flackert im fensterlosen Keller des Drudenhauses, während die harten Hände des alten Rathses Johannes Junius über den Strohsack zittern. In der stickigen Luft hallt das entfernte Stöhnen einer Gefangenen, die gerade von der Streckbank kommt. Das Bild vermittelt das bedrückende Gewicht einer Stadt, die sich im Schatten des Krieges und der Hungersucht befindet. Bamberg, Sommer 1626, ist von knappen Ressourcen und religiösem Fanatismus erschüttert. Der 55‑jährige Bürgermeister, einst respektierter Ratsherr, wird plötzlich zum Ziel einer eifernden Hexenkommission. Ohne Beweise, nur mit erpressten Geständnissen, wird er in das dunkle Drudenhaus gebracht, dort gefoltert und gezwungen, Namen zu nennen, die das Netz der Anschuldigungen ausweiten. Die Verhöre, das billige Papier und die unnachgiebigen Daumenschrauben bilden den Kern einer systematischen Verfolgung, die in den folgenden Jahren über 600 Menschen das Leben kostet. Die Aufzeichnungen lassen Fragen zurück: Wie viele weitere Namen blieben im Dunkeln, und welchen Einfluss hatte das grausame Verfahren auf die soziale Struktur Bambergs? Das Verschwinden von Leben und Glauben bleibt ein Mahnmal dafür, wie Furcht und Macht Verbrechen in die Geschichte einbetten.