
Was die Zahlen nicht sagen: Philosoph Sebastian Ostritsch über 15 Jahre Einwanderung und ihre Folgen
aus Junge Freiheit Interview · 19.09.2026 · 17 Min.
Worum es geht
In dem Interview mit dem Philosophen Sebastian Ostritsch wird die Entwicklung der Migration in Deutschland analysiert, die seit 2011 von etwa 15 auf fast 26 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund angestiegen ist. Ostritsch betont, dass die reine Zahl allein wenig über die Problematik aussagt, sondern vielmehr die Herkunft, kulturelle Prägung und Integrationsfähigkeit der Migranten entscheidend sind. Er weist auf die Herausforderungen hin, die durch eine hohe kulturelle Diversität und mangelndes Vertrauen in Gemeinschaften entstehen können, insbesondere wenn ein gemeinsamer Geist und Zusammenhalt fehlen. Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland werden hervorgehoben, wobei im Osten der Anteil der Migranten prozentual stärker gestiegen ist. Abschließend diskutiert Ostritsch die ethischen und politischen Implikationen dieser Entwicklung und warnt vor möglichen gesellschaftlichen Spannungen, wenn die Integration nicht gelingt.
Beschreibung
Fast 26 Millionen Migranten: Philosoph Sebastian Ostritsch über die Folgen für Deutschland. Seit 2011 ist die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland von knapp 15 auf fast 26 Millionen gestiegen – ein Plus von 71,6 Prozent, der Anteil an der Bevölkerung von etwa 19 auf 31 Prozent. Im Osten fiel der Anstieg des Anteils weit stärker aus als im Westen: In Thüringen hat er sich fast vervierfacht, in Niedersachsen wuchs er um 63 Prozent. Das sind die Zahlen einer Recherche der JUNGEN FREIHEIT. Mike Siemens, der die Recherche geschrieben hat, spricht darüber mit dem Philosophen Sebastian Ostritsch. Sein erster Einwand: „Die reine Zahl sagt noch gar nicht so viel darüber aus, wie problematisch ein solcher Zuwachs ist." Entscheidend sei, wer kommt, woher – und ob ein Gemeinwesen den gemeinsamen Geist behält, der seine Institutionen trägt. Wo Menschen die Sprachen um sich herum nicht mehr verstehen und fremde Sitten dominanter werden, sinke das Vertrauen in die Institutionen – und mit ihm das Vertrauen der Menschen untereinander. Dass Vielfalt Vertrauen kostet, sei soziologisch belegt. Den Ostdeutschen, denen man vorhalte, sie hätten doch kaum Ausländer, gibt Ostritsch recht: Es sei völlig berechtigt zu sagen, man wolle es erst gar nicht so weit kommen lassen. Und auf die Frage, was bei 40, 50 oder 60 Prozent geschähe: Ein Land ohne kollektives Bewusstsein könne eines Tages „als Minderheit im eigenen Land" aufwachen – und dann sei es schwer, das rückgängig zu machen. Sebastian Ostritsch ist promovierter und habilitierter Philosoph, Privatdozent an der Universität Heidelberg und Chef vom Dienst der Tagespost. Sein Vortrag in der Bibliothek des Konservatismus ist als Buch erschienen: „Ethik der Migration – Naturrechtliche Überlegungen zur Begrenzung der Zuwanderung".
Themen
- Migration in Deutschland
- Gesellschaftliche Integration und Vertrauen
- Kulturelle Diversität und Herausforderungen
- Demografische Entwicklung in Ost- und Westdeutschland
- Ethik und Politik der Migration