
Feministische Archive vernetzen sich europaweit
aus Listen to the Archive. Der DDF-Podcast zu feministischer Geschichte · 30.06.2025 · 32 Min.
Beschreibung
Sich zu organisieren und gemeinsam Netzwerke zu bilden, ist jeher ein zentrales Mittel feministischer Bewegungen. In dieser Tradition trafen sich im Mai 2025 auch zahlreiche Akteur*innen der Erinnerungsarbeit in Berlin, um die Verbindungen zwischen feministischen Archiven in Europa zu stärken – und ein gemeinsames Netzwerk zu gründen. In dieser Folge laden wir daher zu einer sehr besonderen Reise: Von Reykjavik, Bologna, Brüssel, Prag oder Wien – im vergangenen Mai kamen Vertreter*innen von i.d.a.-Einrichtungen und geladene Expert*innen aus weiten Teilen Europas in Berlin zusammen. Im Rahmen eines Projekts von ERASMUS+ waren sie angereist, um ihr Wissen miteinander zu teilen – über Zeiten, Generationen, Arbeitskontexte und Ländergrenzen hinweg. Unter dem Motto „The Power of Networking“, der Kraft des Netzwerkens, fanden vom 12. bis 16. Mai zahlreiche Workshops statt, unter anderem zu Fragen einer europaweiten Zusammenarbeit, der Digitalisierung, einer möglichen transnationalen Kataloglandschaft und nachhaltiger feministischer Infrastrukturen. Zudem gab es die Möglichkeit, unterschiedliche Berliner Einrichtungen und Sammlungen zu besuchen, wie das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, aber auch in Berlin ansässige i.d.a.-Einrichtungen wie das FFBIZ, den Spinnboden und die Genderbibliothek an der Humboldt-Universität zu Berlin. Am Mittwochabend, dem 14. Mai 2025, wurde diesem Netzwerk auch ein eigener Name gegeben: ELENOR – Feminist Memory in Action. Gemeinsam wurde ein Manifest verfasst und verabschiedet, das beschreibt, was verbindet – und wohin es gemeinsam weitergehen soll. Geplant und organisiert wurde das Projekt ERASMUS+ von i.d.a.-Einrichtungen (u.a. Nicolli Povijač, Margarethe Kees) sowie die Gründungsveranstaltung von ELENOR von dem Digitalen Deutschen Frauenarchiv (u.a. Karin Aleksander, Marius Zierold). Was vor Jahren als Initiative namens META-EU begann, ist spätestens seit dem Berliner Treffen zum stabilen Netzwerk geworden: mit gemeinsamen Projekten und dem Wunsch, feministische Erinnerung zu bewahren und aktiv zu gestalten.