
Wenn Köln ein Konto hätte, wäre es im Plus – Jürgen Neutgens über Menschbleiben im Milliarden-Business, Verantwortung, Vertrauen, Krisen, KI und die Zukunft der Banken
aus Wirtschaft Köln Unplugged · 13.01.2026 · 45 Min.
Beschreibung
In der neuen Ausgabe des Podcasts „Wirtschaft Köln unplugged“ spricht Moderator Björn Lindert mit Jürgen Neutgens, Vorstand der Volksbank KölnBonn, über Verantwortung, Haltung und die wirtschaftliche Realität in Köln – jenseits von Hochglanzzahlen. Gleich zum Einstieg wird klar: Wenn Köln bei ihm ein Konto hätte, wäre es im Plus. Und doch bleibt Neutgens realistisch. Er sei zwar Optimist, ja – aber einer, der offen sagt: „Wir haben die Talsohle noch nicht durchschritten.“ Ein Gespräch über Zuversicht ohne Schönfärberei. Es geht um Menschlichkeit im Bankalltag, darum, warum in einer Bank nicht nur gerechnet, sondern auch gelacht werden darf und wie wichtig Nähe zu Mitarbeitenden und Kunden gerade in unsicheren Zeiten ist. Neutgens erzählt, wie er Vorstand geworden ist, warum Verantwortung manchmal schwer wiegt und weshalb Corona für viele Unternehmen und damit auch für Banken zur echten Bewährungsprobe wurde. Warum es der Volksbank KölnBonn aktuell trotzdem gut geht, während viele Branchen kämpfen, erklärt er mit Zinsen, aber auch mit regionaler Verwurzelung, langfristigem Denken und dem genossenschaftlichen Prinzip. Der Blick geht auch nach vorne: auf die Kölner Wirtschaft, auf Bürokratie, Investitionszurückhaltung, Chancen und verschenktes Potenzial und welche Rolle KI künftig in Banken spielen wird. Und auf die Kunden von morgen. Brauchen junge Menschen noch eine Hausbank? Oder reicht eine App? Besonders deutlich wird: Jürgen Neutgens versteht seine Rolle nicht nur verwaltend, sondern gestaltend. „Wenn es um die Stadt, Strategien und Hilfe für Köln geht, mich kann man immer ansprechen. Auch für einen runden Tisch.“ Selbst bei Themen wie einer möglichen Olympia-Bewerbung für Köln sieht er die Volksbank klar in der Verantwortung. Und zum Schluss wird es dann doch noch sportlich: Wenn er für einen Tag in eine andere Rolle schlüpfen dürfte, wäre er Sportdirektor des 1. FC Köln. Ein Gespräch über Zahlen, Vertrauen und die Frage, wie Wirtschaft menschlich bleiben kann, gerade dann, wenn es schwierig wird.