
Unerschrocken für Gleichberechtigung
aus Listen to the Archive. Der DDF-Podcast zu feministischer Geschichte · 21.02.2025 · 44 Min.
Beschreibung
Eine „unglaubliche Errungenschaft“ sei der Gleichheitsgrundsatz, Artikel 3 im Grundgesetz, sagt Christina Clemm, Fachanwältin für Familien- und Strafrecht. Als Juristin, Autorin und Aktivistin vertritt Clemm tagtäglich Menschen, die von geschlechtsspezifischer, sexualisierter, rassistischer, LGBTQ+-feindlicher und rechtsextrem motivierter Gewalt betroffen sind. Im Recht und in der Praxis sieht sie daher weiter großen Handlungsbedarf. Clemm ist eine der sechs Protagonistinnen im DDF-Film „Alle(s) gleich?“, der die Vielfalt von Perspektiven auf den Gleichheitsgrundsatz feiert und fragt, was Menschen heute mit dem Artikel 3 im Grundgesetz verbinden. Artikel 3 ist heute ein zentrales demokratisches Grundrecht im deutschen Grundgesetz – doch jede Formulierung musste lange errungen werden und dies gegen große Widerstände. 1949 erstreitet die Juristin Dr. Elisabeth Selbert (1896–1986) den Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Überwindung des Nationalsozialismus engagierten sich viele Akteur*innen und Frauenverbände für demokratische Rechte – in der jungen Bundesrepublik war Dr. Elisabeth Selbert eine zentrale politische Stimme und sie ist bis heute ein Vorbild. In dieser Folge wollen wir also gerade mehr über sie und ihre Beweggründe als Demokratin zu erfahren. Dazu hat sich Dr. Birgit Kiupel in das Archiv der deutschen Frauenbewegung begeben und mit der Historikerin Dr. Kerstin Wolff über Selbert als Person und unerschrockene Politikerin gesprochen. Eindrücklich berichtet Wolff von der Tragweite des errungenen Satzes, den enormen Widerständen dagegen, feministischen Solidaritäten und historischen Chancen: „Wir können alle Elisabeth Selbert nur sehr dankbar sein, dass sie dieses Möglichkeitsfenster gesehen hat.“