
Einspruch Bachler | Dürre · Anpassung · Molkereifusion
aus BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen · 27.09.2026 · 90 Min.
Worum es geht
Christian Bachler und Willi Geiger diskutieren die Auswirkungen der Dürre auf die österreichische Landwirtschaft, die viele Betriebe an ihre Grenzen gebracht hat. Sie vergleichen die Situation mit Subsistenzwirtschaft in Pakistan und betonen die Notwendigkeit von Anpassungsmaßnahmen und Versicherungen gegen Ernteausfälle. Zudem sprechen sie über die Fusion der oberösterreichischen Molkerei mit der Berglandmilch und die damit verbundenen Herausforderungen für die Milchbauern. Die Diskussion umfasst auch die Bedeutung von Katastrophenhilfe und die Frage, wie die Landwirtschaft nachhaltig finanziert werden kann. Abschließend regen sie an, Erfahrungen mit Katastrophenhilfen zu teilen, um Verbesserungen zu ermöglichen.
Beschreibung
I n eigener Sache: Menschen.at Ich halte Lebensgeschichten fest, als Audiografie oder Videografie. Für deine Mama, deinen Opa, deinen besten Freund. → menschen.at Dürre, leere Futterlager und ein Markt, der kippt: Christian und ich reden über ein Jahr, das viele Betriebe an ihre Grenze gebracht hat. Wir haben im Juli schon einmal über Trockenheit gesprochen, damals mitten in der Entwicklung. Jetzt ist die Saison vorbei und das Bild klarer. Am Bergerhof in der Krakauebene ist es mit ein paar Gewittern noch einigermaßen gut ausgegangen, östlich vom Semmering war das Jahr für viele existenzbedrohend. Die Österreichische Hagelversicherung bezifferte die Dürreschäden in der Landwirtschaft Anfang August mit rund einer Milliarde Euro. Was mir Christian erklärt hat und was ich vorher so nicht am Schirm hatte: Wie fein verzahnt das alles ist. Wenn Almen nicht grün werden, kommen die Tiere im August statt im Oktober heim, dorthin, wo auch kein Futter liegt. Gleichzeitig steigen Mäster aus, weil ihnen die Preise davongelaufen sind, und verkaufen lieber ihr Futter. Und der Futterhändler hebt irgendwann nicht mehr ab, weil es schlicht nichts mehr zu kaufen gibt, auch nicht in Ungarn, Tschechien oder Norditalien. Nachdenklich gemacht hat mich ein anderer Punkt: Christian beschreibt, dass in so einem Jahr ausgerechnet jene Betriebe besser dastehen können, die stark mit Handelsdünger arbeiten. Wer mit Mist und Kompost düngt, braucht Bodenfeuchte, damit das Bodenleben überhaupt arbeitet. Er nennt das einen Wettkampf, bei dem der eine gedopt ist und der andere nicht. Wir streiten darüber, was daraus zu lernen ist, und landen bei Hecken, Windbremsen, Tau, standortangepassten Sorten und der Frage, warum Anpassung fast immer einzelbetrieblich beginnt. Im zweiten Teil geht es um die Fusion der Obersteirischen Molkerei mit der Berglandmilch, die die OM-Mitglieder mit 92 Prozent beschlossen haben. Christian hat sich der Stimme enthalten und erklärt, warum ihm die Sache gleichzeitig egal und wichtig ist: Weil hinter dem Kostenargument die Frage steht, ob man sich noch als Eigentümer einer Genossenschaft versteht oder nur mehr als Milchlieferant. Viel Freude beim Reinhören! 00:00:00 Los gehts Begrüßung, Themen des Tages: Dürre, Anpassung und Molkerei-Fusion 00:02:02 Eine Kappe aus Pakistan Besuch eines Yak-Fachmanns und was Christian daraus mitgenommen hat 00:06:14 Wirtschaften auf 4.000 Metern Subsistenz, harte Selektion und ganzjährige Weide unter Extrembedingungen 00:11:17 Trockenheit: Osten und Westen Wie unterschiedlich das Dürrejahr die Regionen getroffen hat 00:12:25 Warum Tiere früher heimkommen Almen ohne Grün, leere Winterfuttervorräte und frühes Abtreiben 00:16:48 Wenn der Rindermarkt kippt Mäster steigen aus, Einsteller finden keine Abnehmer, Preise verwerfen 00:19:11 Kein Futter am Markt Ausverkaufte Händler, steigende Ballenpreise und fehlende Liquidität 00:26:15 Versicherung und Hilfspakete 240 Millionen, Dürreindex und die Kritik an der Gießkanne 00:32:18 Das Doping-Paradox Warum intensive Betriebe im Dürrejahr teils besser durchkommen 00:40:19 Anpassung am eigenen Betrieb Hecken, Wind, Tau und viele kleine Schritte statt großer Programme 00:53:03 Sorten und Tiere für den Standort Kleinräumige Genetik statt Maximalertrag aus dem Katalog 01:03:03 Fusion OM und Berglandmilch Konzentration im Molkereiwesen und die Rolle der Genossenschaft Kurz-Bio Gast: Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020. INFOS ZUR FOLGE Bergerhof Krakauebene (Website) www.bergerhof-krakauebene.at Bergerhof Krakauebene auf Instagram www.instagram.com/bergerhof_krakauebene Bergerhof Krakauebene auf Facebook www.facebook.com/BergerhofKrakauebene Alternative University of Bergerhof (Website) www.alternativeuniversity.at Berglandmilch eGen www.berglandmilch.at Obersteirische Molkerei eGen www.oml.at 📣 Bleib verbunden mit BauertothePeople! Membersheep werden: → Jetzt unterstützen – Hol dir tolle Rabatte, hör den Podcast früher und werbefrei und fördere konstruktiven Journalismus. Newsletter: → Jetzt abonnieren – Erhalte regelmäßig exklusive Insights und Hintergrundinfos direkt in dein Postfach. 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Themen
- Dürre und Klimawandel in der Landwirtschaft
- Anpassungsstrategien der Bauern
- Fusion der oberösterreichischen Molkerei mit Berglandmilch
- Versicherung und Katastrophenhilfe in der Landwirtschaft
- Subsistenzwirtschaft und globale Landwirtschaftsprobleme
„Das war eine Katastrophe. Und das ist eigentlich Katastrophenschutz, was wir da machen. Das ist Katastrophenhilfe.“