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WEITGEDACHT mit Dr. Johannes Hartlapp

aus WEITGEDACHT | Theologie. Gesellschaft. Hoffnung. · 19.08.2026 · 31 Min.

Beschreibung

„Historiker leben ruhiger.“ Das sagt Dr. Johannes Hartlapp gleich zu Beginn unseres Gesprächs. Und tatsächlich blickt er erstaunlich gelassen auf eine Gegenwart, die viele Menschen als krisenhaft und verunsichernd erleben. Dr. Johannes Hartlapp ist Kirchenhistoriker und war viele Jahre Dozent an der Theologischen Hochschule Friedensau. Geschichte ist für ihn weit mehr als der Blick zurück: Sie hilft, Entwicklungen einzuordnen, Zusammenhänge zu verstehen – und die Gegenwart mit etwas mehr Abstand zu betrachten. In der ersten Folge von WEITGEDACHT sprechen wir mit ihm über unsere Gesellschaft, über Demokratie und darüber, warum er sagt: „Ich gestehe, die Angst, die viele umtreibt, habe ich eigentlich nicht.“ Dabei wird es durchaus grundsätzlich. Johannes Hartlapp sieht unsere Demokratie in einer schweren Krise. Er zieht eine Verbindung zur Aufklärung und fragt, was passiert, wenn sachliche Auseinandersetzung zunehmend von Emotionalisierung verdrängt wird. Wir sprechen über gesellschaftlichen Zusammenhalt, Verantwortung und eine seiner deutlichsten Überzeugungen: „Das tödlichste Gift für das Miteinander ist Nationalismus.“ Aber wir fragen auch: Was gibt Hoffnung? Für Johannes beginnt die Antwort beim christlichen Menschenbild: Jeder Mensch ist von Gott geliebt. Und sie hat etwas mit Vertrauen zu tun. Gerade der älteren Generation macht er Mut, jüngeren Menschen mehr zuzutrauen – auch weil diese umgekehrt bereit seien, der älteren Generation Vertrauen entgegenzubringen. Am Ende führt das Gespräch zu Dietrich Bonhoeffer und zu einem Gedanken, der vielleicht auch über dieser ersten Folge von WEITGEDACHT stehen könnte: Christinnen und Christen sollten den Mut haben, sich zu engagieren. Ein Gespräch über Geschichte und Gegenwart, über Gelassenheit in unruhigen Zeiten – und über die Frage, warum Hoffnung nicht bedeuten muss, die Augen vor den Krisen unserer Zeit zu verschließen.