
Machtzentrum Flensburg: Als Nazi-Deutschland von der Förde aus regiert wurde
aus NDR Kultur - Das Gespräch · 10.05.2026 · 25 Min.
Beschreibung
Himmler, Höß, Speer – tausende hochrangige Funktionäre des Nazi-Regimes flüchteten sich kurz vor Kriegsende vor 81 Jahren ins damals noch unbesetzte Flensburg. Viele tauchten mit Hilfe örtlicher Polizeikräfte unter oder setzten sich über die „Rattenlinie Nord“ ins Ausland ab. Acht von ihnen bildeten vom 2. bis zum 23. Mai ’45 unter der Leitung von Großadmiral Karl Dönitz in der Marineschule Mürwik eine „geschäftsführende Reichsregierung“. Die in Flensburg geborene Politikwissenschaftlerin Svenja Falk hat die heute weitgehend unbeachteten drei Wochen von Flensburg minutiös recherchiert und ist dabei auf viele Bekannte gestoßen, die sich in jenen Tagen in Flensburg aufhielten: Siegfried Unseld (später Verleger), Beate Uhse (später Erotik-Unternehmerin), Ian Fleming (später Bond-Erfinder), Wolfgang Neuss (später Kabarettist) u.v.a. Was sie dort taten und was in den letzten drei NS-Wochen in Flensburg geschah, rekonstruiert Svenja Falk in ihrem Buch „Die letzten Tage der Diktatur“ – und im Gespräch mit Jürgen Deppe.