
Der dritte Modus - mehr als Arbeit und Freizeit
aus Im Spannungsfeld - Perspektiven auf Führung und Organisation in der Bildung · 10.09.2026 · 35 Min.
Beschreibung
Arbeit oder Freizeit? Vielleicht greift diese vertraute Unterscheidung zu kurz. Selbst in den Ferien wechseln wir zwischen ganz unterschiedlichen Formen des Tuns: Wir erledigen Dinge, gehen Verpflichtungen nach, treiben Sport, lesen aus Interesse, lassen Gedanken schweifen oder beschäftigen uns mit einer Frage, ohne bereits zu wissen, wohin sie führen wird. Äußerlich ähnliche Tätigkeiten können dabei eine völlig unterschiedliche Bedeutung bekommen. Das Otium-Modell schlägt deshalb eine dritte Perspektive vor. Neben Negotium , dem Modus des zielgerichteten Erledigens, und Freizeit , über die wir grundsätzlich selbst verfügen können, beschreibt Otium einen Modus zweckoffener Auseinandersetzung: einen Raum für Erkenntnis, Bildung und die Entstehung von Neuem, ohne dass das Ergebnis bereits feststeht. Die Podcastfolge geht den historischen Spuren von otium und negotium nach und entwickelt daraus die Grundgedanken des Modells. Beispiele aus Alltag, Care-Arbeit und Open-World-Games zeigen, warum nicht die Tätigkeit selbst darüber entscheidet, in welchem Modus wir handeln. Psychologische und organisationstheoretische Perspektiven dienen als wissenschaftliche Anschlussstellen. Besonders relevant wird die Unterscheidung für Schule und Organisationsentwicklung : Was geschieht, wenn Entwicklung selbst vollständig der Logik von Zielen, Aufträgen und Ergebnissen unterworfen wird? Und welche Gelegenheitsstrukturen brauchen Organisationen, damit Fragen entstehen können, die vorher noch niemand gestellt hat? Das Otium-Modell versteht sich dabei nicht als diagnostisches Instrument oder empirisch validiertes Wirkungsmodell, sondern als Reflexionsmodell und Diskussionsangebot . Es lädt dazu ein, Arbeit, Freizeit und Entwicklung aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Das zugrunde liegende Diskussionspapier sowie weitere Informationen finden Sie auf timmheinrich.de . Timm Heinrich Systemischer Berater im Bildungsbereich