
Folge 1: Alex Carstiuc über den Spanischen Bürgerkrieg als Blaupause des Zweiten Weltkriegs
aus Spiegelbild - Politische Bildung aus Wiesbaden · 14.07.2026 · 53 Min.
Beschreibung
Das Gespräch mit Alex Carstiuc zeichnet die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Zweiten Republik nach, rekonstruiert den Militärputsch vom Juli 1936 und folgt dem Verlauf eines Krieges, dessen Bedeutung weit über Spanien hinausreichte. Der Spanische Bürgerkrieg wurde zum Schauplatz internationaler Solidarität, aber auch zum Vorzeichen des kommenden europäischen Krieges. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Verrat der westlichen Demokratien. Die Politik der sogenannten Nichteinmischung schwächte die Republik massiv, während Deutschland und Italien Franco militärisch unterstützten. Die Geschichte hätte ein anderes Ende nehmen können, wenn die demokratischen Staaten Europas die spanische Republik nicht isoliert hätten. Zugleich richtet das Gespräch den Blick auf die Ambivalenzen und Tragödien der republikanischen Seite, auf ihren Kampf gegen den Faschismus, aber auch auf stalinistischen Terror, innerlinke Repression und die Verfolgung oppositioneller Linker. Nach 1939 setzte sich die Tragik vieler Spanienkämpfer fort. Exil, Internierung, Verfolgung und in vielen Fällen die erneute Konfrontation mit Faschismus und Krieg.Alexander Carstiuc, Sozialpädagoge und Historiker, arbeitet in der Bildungsarbeit und als Übersetzer zu den Themen Nationalsozialismus und Shoa. Er ist Herausgeber der Memoiren Léon Poliakovs. Zuletzt übersetzte er (mit Jonas Empen und Janina Reichmann): Annette Wieviorka: 1945. Als die Amerikaner die Lager entdeckten. Tiamat 2021.