
Rückfallrisiko: Wie verlässlich sind die Instrumente zur Rückfallprognose? | Gefahr ist kein Gefühl 3
aus Auf dem Weg als Anwält:in · 08.09.2026 · 21 Min.
Worum es geht
In dieser Folge werden verschiedene Risikoinstrumente wie die Dittmann-Liste und FOTRES kritisch hinterfragt hinsichtlich ihrer Validität und Anwendbarkeit im Kontext der Rückfallprognose bei Straftätern. Die Gesprächspartner betonen, dass viele Instrumente nicht ausreichend empirisch validiert sind und dass die Auswahl der Instrumente genau auf die jeweilige Fragestellung und Personengruppe abgestimmt sein muss. Wesentliche Kriterien für die Beurteilung sind Trennschärfe, Kalibrierung und theoretische Begründbarkeit der Risikofaktoren. Zudem wird die Herausforderung diskutiert, dass in der Schweiz aufgrund des föderalistischen Systems und der begrenzten Fallzahlen oft keine ausreichenden lokalen Studien vorliegen. Abschließend wird die Bedeutung einer wissenschaftlich fundierten und praxisnahen Anwendung der Instrumente hervorgehoben, um rechtssichere Entscheidungen im Präventionsstrafrecht treffen zu können.
Beschreibung
Wie verlässlich ist ein Instrument, das ein hohes Rückfallrisiko ausweist und damit einen weiteren Freiheitsentzug mitbegründen soll? Duri Bonin und Strafrechtsprofessor Thierry Urwyler prüfen am Beispiel einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB, welche Nachweise eine solche Prognose braucht. Teil 3 der Reihe «Gefahr ist kein Gefühl» behandelt Dittmann-Liste und FOTRES, erklärt den Unterschied zwischen einer Risikoreihenfolge und einer verlässlichen Prozentangabe und zeigt, weshalb Studien zur verwendeten Version, zur Personengruppe und zur befürchteten Straftat passen müssen.
Themen
- Rückfallrisiko bei Straftätern
- Validität von Risikoinstrumenten
- Empirische Studien und Beweissicherung
- Anwendung forensischer Instrumente im Strafrecht
- Herausforderungen in der forensischen Begutachtung