
Abschied von England, Fähre nach Calais & zurück im Rechtsverkehr | Camping-Podcast | Ep. 90
aus Camping und Abenteuer mit Kind und Hund – Familienreisen im Oldtimer-Wohnmobil · 14.09.2026 · 23 Min.
Beschreibung
In der 90. Folge unseres Podcasts nehmen wir euch mit auf einen ereignisreichen Tag des Aufbruchs und des Umdenkens: Wir haben England verlassen, die Fähre über den Ärmelkanal genommen und sind schließlich im französischen Calais gelandet. Unser Tag begann nach einer verhältnismäßig unruhigen Nacht auf dem Park-and-Ride-Parkplatz New Dover Road in Canterbury. Auf dem Stellplatz war am Vorabend noch einiges los – ein recht lautes Happening mit Musik hielt uns eine Weile wach, bevor wir in den frühen Morgenstunden zwischen 4 und 6 Uhr erneut munter im Wohnmobil saßen. Draußen herrschte bereits Aufbruchsstimmung bei anderen Campern, die vermutlich eine der sehr frühen oder nächtlichen Fähren genommen hatten. Nachdem wir morgens feststellen mussten, dass die Fährpreise spontan um etwa 50 bis 60 Euro angezogen hatten – bei DFDS von Dover nach Dunkerque sprang der Preis plötzlich auf stolze 209 Euro –, haben wir flexibel umgeplant. Letztlich buchten wir für 184 Euro inklusive Wohnmobil und Hundegebühr für unsere Hündin Mila eine Überfahrt mit P&O Cruises von Dover nach Calais um 15:05 Uhr. Bevor es zum Hafen ging, erledigten wir noch die Ver- und Entsorgung (Abwasser ablassen, Toilette leeren) direkt auf dem Parkplatz in Canterbury. Für den Stellplatz zahlten wir für knapp 24 Stunden günstige 8 Pfund. Anschließend fuhren wir zum Sainsbury’s in Canterbury, wo uns ein wildes Getümmel erwartete: Eine deutsche Schülergruppe hatte den Supermarkt quasi belagert und sorgte mit unkoordinierten Einkäufen (unter anderem Schokoladen-Weintrauben und Energy-Drinks) für ordentlich Trubel. Das schwüle, bewölkte und warme Wetter drückte etwas auf den Kopf, weshalb ein Iced Coffee bei Starbucks die Lebensgeister wieder wecken musste. Während unser Sohn Valentin auf der Weiterfahrt einschlief, steuerten wir den riesigen Tesco Extra in Whitfield an, wo ein dreiviertelstündiger Einkauf für ordentlich Schritte auf dem Schrittzähler sorgte. Nach dem anschließenden Volltanken unseres Wohnmobils für 1,91 Pfund pro Liter (umgerechnet ca. 2,23 Euro) machten wir noch einen kurzen Stopp beim Lidl, um Wasservorräte und Backwaren aufzustocken. Mila bekam auf einer nahegelegenen Wiese ihre verdiente Gassirunde, bevor wir uns auf die steile Abfahrt zum Hafen von Dover machten. Die Hafenkontrollen in Dover verliefen reibungslos: Nach dem französischen Passcheck ging es durch die Sicherheitskontrolle mit Blick unter die Motorhaube und Fahrgestellspiegel. Obwohl wir um 13:50 Uhr rechtzeitig vor Ort waren, reihten sich bis zum Boarding noch unzählige Fahrzeuge hinter uns ein. Auf dem Schiff bekamen wir dank unseres Hunde-Aufklebers einen Platz in den mittleren Spuren auf den oberen Decks zugewiesen. Die Überfahrt nach Calais verlief ruhig und stimmungsvoll. Valentin vergnügte sich prächtig im freundlich und modern gestalteten Kinderbereich der Fähre sowie im verglasten Außenbereich, wo er mit älteren Passagieren winkend Späße trieb. Ein bisschen Wehmut war beim Blick zurück auf die englische Küste dennoch dabei: Vier intensive, anstrengende, aber unglaublich schöne Monate in Irland und Großbritannien liegen hinter uns, an die wir uns immer gerne zurückerinnern werden – besonders an die herzliche und kinderfreundliche Art der Menschen vor Ort. Nach der Ankunft in Frankreich mussten wir uns sofort wieder umstellen: Das Fahren auf der rechten Seite und die Zeitverschiebung von einer Stunde forderten nach vier Monaten Linkslenken höchste Konzentration. Schließlich haben wir einen offiziellen Wohnmobilstellplatz zwischen Calais und Dunkerque in Oye-Plage bezogen, der fußläufig zum Strand liegt. Valentin ist trotz der Zeitumstellung gut eingeschlafen, und wir lassen den Tag entspannt ausklingen.