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Roadtrip nach Dunnet Head: Midges-Attacke, Regen an Schottlands Nordküste & traumhafter Sonnenuntergang| Ep. 74

aus Camping und Abenteuer mit Kind und Hund – Familienreisen im Oldtimer-Wohnmobil · 23.08.2026 · 35 Min.

Beschreibung

Was für ein Tag! Wir melden uns direkt von einem ganz besonderen und wunderschönen Stellplatz zurück, wo wir gerade einen traumhaften Sonnenuntergang über dem Meer genießen dürfen. In dieser 74. Folge nehmen wir euch mit auf unsere aufregende Etappe entlang der rauen schottischen Nordküste – voller ungeplanter Zwischenstopps, steiler Straßen, miesen Midges-Attacken und echter Naturgewalt. Unser Tag begann an der Invergordon-Bucht in der Nähe des kleinen Boating Clubs. Dort haben wir die Nacht zusammen mit einem anderen Campervan und zwei Autos verbracht – besetzt mit einem jungen Pärchen in den Zwanzigern sowie einer Frau mit Hund und weiteren Weggefährten. Trotz der nahegelegenen Straße haben wir erstaunlich gut und ruhig geschlafen. Ein Hoch auf die Wachs-Ohrstöpsel, die wir uns noch in Dublin gekauft hatten! Nach einem entspannten Kaffee und Frühstück im Wohnmobil ging die Fahrt los. Unser ursprünglicher Plan war es, den Tesco Superstore im etwa 25 Minuten entfernten Tain anzusteuern, dort zu tanken und Vorräte zu kaufen. Wir hatten gehofft, dass unser kleiner Valentin die kurze Strecke noch wach bleibt und erst danach einschläft, wenn wir weiter gen Norden fahren. Doch wie das auf Roadtrips so ist: Pläne ändern sich! Direkt an der Abfahrt entdeckten wir einen Lidl und einen Morrisons inklusive Tankstelle, die wir am Vorabend völlig übersehen hatten. Kurzerhand besorgten wir Kaffee, Wasser und Proviant im Lidl und steuerten dann die Morrisons-Tankstelle an. Mit 1,84 £ pro Liter Diesel war das die bisher günstigste Tankgelegenheit auf unserer bisherigen Route! Das Tanken selbst wurde allerdings zur Geduldsprobe: Die erste Zapfsäule spuckte nach 30 £ nur noch Luft aus. Nach dem ersten Bezahlen mussten wir umparken und an einer zweiten Zapfsäule nochmal nachfüllen. Durch das ständige Türenauf- und zuschlagen war Valentin nach nur einer halben Stunde Schlaf leider wieder schlagartig wach. Weiter ging es auf der A9 über die imposante Dornoch Firth Bridge und vorbei am Dunrobin Castle. Die Strecke überraschte uns gewaltig: Bei Berriedale ging es mit stolzen 13 % Gefälle über eine Meile steil bergab – eine ordentliche Beanspruchung für die Bremsen! In Dunbeath folgte direkt das nächste Gefälle mit 10 % über eine Brücke. Beeindruckend waren die Notfall-Kiesbetten (Emergency Lanes) für Fahrzeuge mit Bremsversagen. Da Valentin zunehmend quengelig wurde, suchten wir dringend nach einer Haltebucht. Doch auf der A9 gab es kilometerlang absolut keine Möglichkeit zum Anhalten. Ein drängelnder Autofahrer hinter uns verlor schließlich die Geduld, überholte uns steil und hupte verärgert – während die anderen Verkehrsteilnehmer (darunter viele schicke Oldtimer von einer lokalen Show) völlig entspannt blieben. In einer Durchfahrts-Bucht im Landesinneren (mitten im Moosgebiet) machten wir schließlich Pause für leckere Grilled-Cheese-Sandwiches mit Relish. Beim Verlassen des Wohnmobils wurden wir jedoch augenblicklich und erbarmungslos von den schottischen Midges attackiert! Zudem müssen wir eine Sache aus der gestrigen Folge korrigieren: Die Vögel, die wir am Meer beobachtet haben, waren keine Kraniche (davon gibt es in Schottland nur ganz wenige Brutpaare), sondern Gänse! Sie kommen aktuell aus Island sowie von den Färöer-Inseln und überwintern an der schottischen Küste. Auf der Weiterfahrt öffnete der Himmel seine Schleusen: Platzregen, dichtester Nebel und riesige Pfützen machten das Fahren echt anspruchsvoll. Erst als wir uns Thurso näherten – der nördlichsten Stadt auf dem britischen Festland und zufällig Partnerstadt von Brilon – klarte es auf. Über die schmale Single-Track-Road B855 ging es schließlich zum Dunnet Head, dem echten nördlichsten Punkt des britischen Festlands! Zwar hatten wir kurz überlegt, noch weiter zum Duncansby Head zu fahren, aber nach gut 100 Meilen anstrengender Fahrt reicht es uns für heute völlig. Viel Spaß beim Reinhören!