
"Politik muss klar sagen: Diese Krise kann der Staat nicht auffangen"| Andreas Löschel (Ruhr-Universität Bochum)
aus Das Klima-Labor von ntv · 16.04.2026 · 16 Min.
Worum es geht
Andreas Löschel, Ökonom an der Ruhr-Universität Bochum, kritisiert in dem Podcast die Reaktion der Politik auf den aktuellen Preisschock in Deutschland. Er betont, dass angesichts der globalen Knappheit von Ressourcen eine Reduzierung der Nachfrage durch hohe Preise notwendig sei, um die Märkte wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Trotzdem entscheidet sich die Politik für eine temporäre Steuersenkung, die die Preise senken soll. Löschel plädiert stattdessen für zielgerichtete Maßnahmen, um besonders betroffene Haushalte zu entlasten und die Energiewende voranzutreiben. Er betont die Bedeutung eines klaren Kommunikationswegs und die Notwendigkeit, die Kosten der Transformation möglichst gering zu halten, beispielsweise durch einen CO2-Preis. Es wird diskutiert, wie die Politik effektiv handeln kann, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen.
Beschreibung
Vier Jahre nach der Energiekrise wird Deutschland erneut von einem Preisschock heimgesucht. Auf der Suche nach Antworten wiederholt die Politik ihre Fehler der Vergangenheit: "Man muss gezielt entlasten", sagt der Ökonom Andreas Löschel im Podcast. "Direktzahlungen an besonders betroffene Haushalte scheitern an fehlenden IBANs? Dann sollte die Politik diesen Kanal flottmachen." Und bis dahin? Muss sie der Bevölkerung reinen Wein einschenken: "Dieser Kostenschock steckt im System", sagt Löschel. "Den wird man nicht so einfach wegbekommen. Das sollte man klar kommunizieren. Dann können alle Menschen selbst überlegen, wie sie mit dieser Krise umgehen." Gast: Andreas Löschel ist Inhaber des Lehrstuhls für Umwelt-/Ressourcenökonomik und Nachhaltigkeit an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2011 ist er zudem Vorsitzender der Expertenkommission zum Monitoring-Prozess "Energie der Zukunft" der Bundesregierung. Moderation: Clara Pfeffer und Christian Herrmann Wir freuen uns über Feedback und Zuschriften: klimalabor@ntv.de Ihr möchtet uns unterstützen? Dann bewertet das "Klima-Labor" bei Apple Podcasts oder Spotify Das Interview als Text? Einfach hier klicken. Dieser Podcast wird vermarktet von Julep Media: sales@julep.de Wir verarbeiten im Zusammenhang mit dem Angebot unserer Podcasts Daten. Wenn Sie der automatischen Übermittlung der Daten widersprechen wollen, melden Sie sich hier: datenschutz@julep.de
Themen
- Energiekrise
- Entlastungspaket der Bundesregierung
- Stromsteuer
„Politik greift dann eben nicht sofort ein, wenn es mal eben hier zu Spreißspazierungen geht. Aber aushalten muss es ja nicht nur die Politik, sondern am Ende vor allem die Verbraucherinnen und Verbraucher.“