
Von Bruyelle nach Redingen: Leere Batterie, belgische Fritten-Träume und der perfekte Stellplatz | Ep. 92
aus Camping und Abenteuer mit Kind und Hund – Familienreisen im Oldtimer-Wohnmobil · 16.09.2026 · 26 Min.
Beschreibung
Wir starten etwas geschlaucht in den Tag, denn die Nacht war lang und die Schlafphasen dank Valentin und ein paar hartnäckigen Mücken recht überschaubar. Trotz des müden Starts genießen wir den Morgen in Bruyelle an der Schelde. Nach einem kurzen Spaziergang am Hafenbecken, einem ersten Kaffee und frischen Kräften machen wir uns wieder auf den Weg. Unser Ziel für heute: das Schwimmbad „Rédener Schwamm“ im luxemburgischen Redingen. Die über 260 Kilometer lange Fahrt verläuft weitgehend entspannt. Wir ziehen an Namur vorbei, während Valentin seinen gewohnten Schläfchen nachgeht. Das Wetter meint es gut mit uns – strahlender Sonnenschein und angenehm warme Temperaturen begleiten uns durch die malerische Landschaft. Unterwegs keimt zwar kurz die Sehnsucht nach echten belgischen Fritten mit Frikandel Spezial auf, doch die Öffnungszeiten der Frituuren machen uns einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen decken wir uns bei einem Zwischenstopp im Lidl mit den nötigsten Lebensmitteln für den Tag ein. In Arlon stoßen wir bei der Recherche zufällig auf einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz, entscheiden uns jedoch dazu, direkt zum Schwimmbad weiterzufahren. Am Ziel in Redingen angekommen, erwartet uns allerdings eine Überraschung: Der offizielle Stellplatz am Schwimmbad ist komplett belegt. Selbst der reguläre Parkplatz wird bereits von einigen anderen Campern genutzt. Wir versuchen unser Glück auf einem nahegelegenen Ausweichplatz. Doch genau in dem Moment, als wir das Wohnmobil noch einmal umparken wollen, passiert es: Der Motor gibt keinen Mucks mehr von sich – die Starterbatterie ist komplett leer. Zum Glück stehen wir unmittelbar neben einer funktionierenden Stromsäule. Wir schließen unser Ladegerät an und beginnen mit der Rettungsaktion. Es dauert nicht lange, bis das geöffnete Motorhaus die Aufmerksamkeit anderer Camper auf sich zieht. Ein hilfsbereiter Belgier gesellt sich direkt mit einer Zigarette zu uns, gefolgt von einem ehemaligen Elektriker, der fachmännisch mit einem deutschen Multimeter die Spannung unserer Batterie durchmisst. Er gibt uns wertvolle Tipps, misst geduldig nach und beruhigt uns. Selbst ein niederländischer Nachbar bietet uns spontan seinen Ladebooster zur Unterstützung an. Während das Wohnmobil an der Strippe hängt und langsam wieder zu Kräften kommt, nutzen wir die Wartezeit. Ein kleiner Ausflug zum nahegelegenen Cactus-Supermarkt sorgt für die nötige Ablenkung. Valentin ist in absoluter Entdeckerlaune und erkundet begeistert die Spielgeräte im Eingangsbereich. Am Ende blicken wir auf einen chaotischen, aber unheimlich herzlichen Tag voller hilfsbereiter Begegnungen zurück. Wir sind dankbar für die Unterstützung auf dem Platz und freuen uns trotz der Panne auf die wohlverdiente Abkühlung im Schwimmbad.