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Wer waren die Guten im Spanischen Bürgerkrieg?

aus Dokumentation und Feature · 09.06.2026 · 57 Min.

Beschreibung

"Spaniens Himmel breitet seine Sterne Über unsre Schützengräben aus Und der Morgen grüßt schon aus der Ferne Bald geht es zu neuem Kampf hinaus Die Heimat ist weit Doch wir sind bereit. Wir kämpfen und siegen. Für Dich: Freiheit!" Wer kennt es nicht, das Lied von der Thälmann-Kolonne, das Ernst Busch 1938 in seinem "Spanienliederbuch" veröffentlichte? Der realsozialistische Gassenhauer hat mit dazu beigetragen, dass der Spanische Bürgerkrieg und das Wirken der Internationalen Brigaden zu einem Mythos wurden. Hier die Guten, die Verteidiger der Republik, allen voran die Internationalen Brigaden und dort die Bösen, die Faschisten unter Führung des Generals Francisco Franco, die am Ende, 1939, unter Mithilfe Hitlers und Mussolinis den Sieg davongetragen haben. Dieses Bild hat sich eingeprägt und ist bis heute sehr wirkmächtig. Aber stimmt das so überhaupt? Wenn man das Buch von Paul Ingendaay über den Spanischen Bürgerkrieg liest ("Entscheidung in Spanien. Der große Kampf der Literatur 1936–1939", C.H. Beck 2026) kommt man ins Grübeln, ob die eine Seite moralisch wirklich so viel besser war als die andere. Denn auch die Verteidiger der Republik legten eine Brutalität an den Tag, die viele Schriftsteller und Künstler, die freiwillig an ihrer Seite kämpften, geradezu schockierte. MDR KULTUR-Redakteur Stefan Nölke im Gespräch mit Paul Ingenday, Literaturwissenschaftler und langjähriger FAZ-Korrespondent in Madrid Verfügbar bis 9. Juni 2027