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Episode 4: Alltag

aus Spuren in Tausenden Büchern · 16.08.2023 · 51 Min.

Beschreibung

Thema dieser Folge ist die Provenienzforschung im Bibliotheksbestand der Sozialwissenschaften und Osteuropastudien, dem drittgrößten Bibliotheksstandort der Freien Universität Berlin. Vor 90 Jahren verbrannten die Nationalsozialisten massenhaft Bücher. Auf Grundlage von „Schwarzen Listen“ sonderten Hochschulangehörige und Studenten jene Werke aus, die bei der „Aktion wider den undeutschen Geist“ als „verbrennungswürdig“ eingestuft wurden. Diese Listen waren in sechs Fachgebiete gegliedert. Eines dieser Gebiete umfasste die Politik- und Staatswissenschaft. Die Provenienzforscherin Susanne Paul untersucht akribisch diesen Bibliotheksbestand und gibt uns anhand mehrerer Fallbeispiele aus zehn Jahren Forschung einen Einblick in ihren Arbeitsalltag. Da sie bei ihrer Arbeit auch national und vor allem international netzwerkt, wird das Interview mit Julien Acquatella ergänzt. Als Leiter der Außenstelle der Kommission für die Entschädigung der Opfer von Enteignungen aufgrund der antisemitischen Gesetzgebung während der Okkupationszeit (CIVS) in Frankreich berichtet Herr Acquatella von den vielfältigen Aufgaben und Unterstützungsmöglichkeiten für die Provenienzforschung. Wie eine kooperative Zusammenarbeit von deutscher und französischer Seite dabei half, neue Erkenntnisse zu gewinnen und die deutsch-französische Erinnerungskultur zu fördern, wird der Fall „Josef Redlich“ zeigen.