
Does sex matter: Einblick in die experimentelle Forschung mit Mäusen
aus Echt jetzt? Gendersensible Medizin in der Neurologie · 17.09.2026 · 28 Min.
Worum es geht
In dieser Folge wird die Relevanz von gendersensibler Medizin in der Grundlagenforschung, insbesondere in der Neurologie, diskutiert. Historisch wurden vor allem männliche Tiere in Experimenten verwendet, um hormonelle Schwankungen bei weiblichen Tieren zu vermeiden, was jedoch zu Verzerrungen bei der Medikamentenwirkung führte. Der Experte Sven Moid erklärt, dass heute beide Geschlechter in Versuchen berücksichtigt werden, um geschlechterspezifische Unterschiede zu erkennen, ohne die Anzahl der Tiere erhöhen zu müssen. Zudem werden moderne Alternativen wie humane Organoide und KI-gestützte Analysen vorgestellt, die helfen, Tierversuche zu reduzieren. Abschließend wird betont, dass eine gute Versuchsplanung essenziell ist, um sowohl wissenschaftlich valide als auch ethisch vertretbare Forschung zu gewährleisten.
Beschreibung
Nein, diese Folge behandelt nicht die sagenumwobenen Transgendermäuse. In der präklinischen Forschung, zumindest in der Neurologie, steht dann doch die geschlechtersensible Auswertung im Vordergrund. Je nach Forschungsgebiet wurden in Experimenten am Tiermodell lange überwiegend Tiere eines bestimmten Geschlechts eingesetzt, aus Angst vor Verzerrungen, etwa durch Hormoneinflüsse. Genau diese Selektion führte jedoch zu Verzerrungen in der späteren Wirksamkeit von Medikamenten bei Männern und Frauen. Mittlerweile ist die präklinische Forschung sensibler aufgestellt und in den Versuchen wird auf ein ausgewogenere Geschlechtsverhältnis geachtet. Warum dies nicht zwingend paritätisch sein muss, wie sich diese Versuchsanordnungen sogar die Tierversuche verringern kann und welche weiteren Modelle es gibt, um noch weniger am Tiermodell zu arbeiten, erfahren Sie hier. Experte: Prof. Dr. Dr. Sven Meuth, Münster Darum geht’s Biologisches Geschlecht als Forschungsvariable Genderbias in Tiermodellen Geschlechtersensible Versuchsplanung Abbildung von Alter und hormonellen Lebensphasen Alternativen zu Tiermodellen Inhaltsverzeichnis (01:28) Geschlecht, Transgene oder doch Transgender? (02:28 ) historischer Bias bei Tiermodellen (05:35) Geschlechterunterschiede in MS- und Schlaganfallmodellen (06:52 ) Limitationen bei klinischen Subgruppenanalysen (09:50 ) Geschlechtersensible Versuchsplanung (12:53 ) Hormonelle und geschlechtsspezifische Forschungsfragen (14:09 ) Mäuse in der Menopause (16:15 ) Alter als relevante Variable (19:13 ) Mindeststandards für geschlechtersensible präklinische Forschung (22:05 ) (zukünftige) Alternativen zum Tiermodell (25:35 ) Zusammenfassung, Schluss Kontakt Bei Fragen und Anregungen zum Podcast, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an: redaktion@dgn.org Disclaimer In Einklang mit der Bundesärztekammer bitten wir zu beachten, dass dieser Podcast keine ärztliche Beratung ersetzt. Wir können gemäß des Fernbehandlungsverbotes keine individuelle Beratung durchführen oder Empfehlungen aussprechen, von entsprechenden Anfragen bitten wir daher abzusehen. Patientinnen und Patienten werden gebeten, inhaltliche Fragen mit ihrer Neurologin/ihrem Neurologen zu klären. Wir übernehmen keine Verantwortung für eine eventuelle Selbstoffenbarung sensibler Daten im Internet und bitten daher, keine persönlichen Daten oder Inhalte Ihrer Erkrankungen im Internet zu veröffentlichen.
Themen
- gendersensible Medizin in der Neurologie
- präklinische Forschung mit Tiermodellen
- biologische Geschlechterunterschiede in Experimenten
- Reduktion von Tierversuchen durch moderne Methoden
- Einfluss von Hormonen und Alter in der Forschung