
#130 Anne Luther und Thomas Kasper, Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin
aus Herr Fechner lädt zum Gespräch - Der Bildungspodcast · 18.09.2026 · 69 Min.
Worum es geht
Im Gespräch mit Anne Luther und Thomas Kasper vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin wird die große Lücke zwischen den gesetzlichen Rechten von Kindern und Familien und der Realität in der Berliner Jugendhilfe aufgezeigt. Es wird auf die schwierige finanzielle Lage und die daraus resultierenden Herausforderungen für Familien, Fachkräfte und Träger eingegangen. Besonders problematisch ist die unzureichende Umsetzung inklusiver Bildungsangebote und die hohe Zahl von Kindern, die nicht kontinuierlich beschult werden. Die Diskussion beleuchtet auch das Misstrauen zwischen Jugendämtern und freien Trägern, das durch bürokratische Hürden verstärkt wird. Abschließend wird die wichtige Rolle der Mitarbeitenden im Sozialbereich gewürdigt und ein Appell für mehr Wertschätzung und bessere Rahmenbedingungen formuliert.
Beschreibung
Kurz vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl habe ich mir bei Anne Luther, Referentin Schulbezogene Jugendhilfe, und Thomas Kasper, Referent Hilfen zur Erziehung und Kinderschutz beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin Antworten geholt. Wir sprachen darüber, warum zwischen dem, was Kindern und Familien gesetzlich zusteht, und dem, was bei ihnen tatsächlich ankommt, eine riesige Lücke klafft. Wir sprachen über die fast 1.000 Berliner Schülerinnen und Schüler, die nicht kontinuierlich beschult werden, über monatelange Diagnose- und Antragsverfahren, die Familien an ihre Grenzen bringen, und darüber, wie die Zusammenarbeit zwischen Jugendämter und freien Trägern gestärkt werden kann. Es geht um junge Volljährige, die mit 18 plötzlich auf sich allein gestellt sind, um Kinder- und Familienarmut, um die Forderung nach mindestens zwei Sozialarbeiter:innen pro Schule und die Frage, warum Themen wie Bildung trotz PISA-Schock so selten wahlentscheidend sind. Am Ende ziehen wir Bilanz dieser Legislaturperiode und sprechen darüber, was sich für 2026 bis 2031 ändern müsste, damit nicht länger der Wohnort darüber entscheidet, welche Hilfe ein Kind bekommt. Vielen Dank für das Gespräch!
Themen
- Bildung und Jugendhilfe in Berlin
- Lücken zwischen gesetzlichen Ansprüchen und Realität
- Zusammenarbeit zwischen Jugendämtern und freien Trägern
- Herausforderungen bei Inklusion und Schulassistenz
- Wertschätzung und Arbeitsbedingungen im Sozialbereich
„Wenn im Straßenverkehr so die bundes- und landesrechtlichen Gesetze umgesetzt werden würden wie in der Kinder- und Jugendhilfe, würde sich keiner mehr auf die Straße trauen.“