
L.I.S.A. - Was wäre gewesen? Der Rassentheoretiker, den es nicht gab
aus Was wäre gewesen? Der Podcast über Kontrafaktische Geschichte · 08.09.2022 · 52 Min.
Beschreibung
Eine im Zuge der Moderne aufkommende Angst ganzer Gesellschaften ist die Angst vor Degeneration. Diese Sorge galt vor allem dem Verfall des Menschen, die insbesondere jene teilten, die sich für besser als andere hielten - sowohl mit Blick auf körperliche Merkmale als auch auf das geistige Potential und die kulturelle Prägung. Es begann im 19. Jahrhundert die Blütezeit für die Rassenlehre sowie für Rassenanthropologen und Rassentheoretiker, die noch bis in die 1980er Jahre hineinwirken sollten. Ihre Gedankengebäude und Theorien heute noch nachzuvollziehen, fällt nicht leicht. Woher stammte dieses Denken? In welchen Kontexten konnte es sich entfalten? Was für Typen waren ihre Protagonisten? Der Historiker Prof. Dr. Thomas Etzemüller von der Universität Oldenburg hat sich diese Fragen auch gestellt und Antworten mit Hilfe eines doku-fiktionalen Ansatz gesucht: der Erfindung des Rassenanthroplogen Henning von Rittersdorf. Wir haben Professor Etzemüller gefragt, was gewesen wäre, wenn es Henning von Rittersdorf tatsächlich gegeben hätte? Welchen Erkenntniswert hat eine doku-fiktionale Erzählung?