PodOrakel · KI-Podcastsuche für den DACH-Raum

#4 - Männlichkeit & Vaterschaft: Wie man sich als Mann verändert, wenn ein Kind kommt (1/2)

aus The Talking Dad - Über Vaterschaft und Männlichkeit · 01.07.2026 · 53 Min.

Beschreibung

Was heißt eigentlich männlich sein? In dieser Folge nähern sich Sascha und Manuel dem vielleicht heikelsten Thema des Podcasts – als, wie sie selbst sagen, zwei heteronormative lebende Männer, die wissen, dass sie sich auf ein Minenfeld bewegen. Sie fangen ganz vorne an: bei ihrer eigenen Jugend, ihren Vätern, ihren Vorbildern – und der Frage, wie viel davon sie heute weitertragen und was sie bewusst anders machen wollen. Sascha, 33, dessen Vater als Kind aus der Türkei nach Deutschland kam, erzählt vom Tod seines Großvaters und einem Gespräch mit seinem Vater am Vatertag. Zum ersten Mal fragt er ihn, warum er gewickelt, gekocht und Wäsche gemacht hat – anders, als es die patriarchale Herkunftskultur vorsah. Die Antwort bringt Gänsehaut: Er habe erlebt, wie das Patriarchat seine Mutter, seine Schwester und ihn selbst klein gehalten hat – und wusste, er will es anders machen. Dazu die Anekdote vom deutschen Opa, dem der Kinnladen runterfiel, als Saschas Vater selbstverständlich das Baby zum Wickeln nahm: "Aber hier sind doch zwei Frauen im Zimmer." Und Sascha erzählt schonungslos von seiner eigenen VIP- und Flaschen-Phase mit Anfang 20 – und warum er sein jüngeres Ich heute gerne mal am Kragen packen würde. Manuel ist ohne Großväter aufgewachsen. Sein Vater kam mit 16 aus Algerien nach Hamburg, war U19-Nationalspieler und wollte seine drei Söhne Fußball spielen sehen. Manuel fing stattdessen mit dem Reiten an – ohne dafür gehänselt zu werden. Er spricht offen über seine Jahre als Model ab 18: über Machtmissbrauch, sexualisierte Angebote von zu 90 % Männern und über seinen eigenen Maßstab – "Kann ich mich am nächsten Tag noch zum Frühstück bei meiner Mutter setzen und ihr in die Augen gucken?" Gemeinsam reden sie über das, was Männlichkeit heute ausmacht und aushöhlt: über "schwul" als vermeintliches Gegenteil von männlich, über das Social-Media-Männerbild von Andrew Tate, Rolex und Ferrari, über alte und neue Vorbilder – und über die Erkenntnis, dass Care-Arbeit, Windeln wechseln und für die Familie da sein alles andere als unmännlich ist. Oder wie sie einen Hater-Kommentar drehen: Ja, Vatersein braucht Marketing. Und Männlichkeit auch – ein anderes, lebendiges Männerbild, geprägt von aktiver Vaterschaft. Das Thema ist so groß, dass die beiden nicht mal die Hälfte schaffen. Eine zweite Folge zum Status quo der Männlichkeit folgt. Themenvorschläge und Feedback gerne über Instagram: @thetalkingdad.de oder hier in den Kommentaren.