
#1521 Inside Wirtschaft - Alexander Köhne (pro aurum): „Deutsche Goldreserven verkaufen? Nur bei extremen Krisen"
aus Inside Wirtschaft - Der Podcast mit Manuel Koch | Börse und Wirtschaft im Blick · 11.05.2026 · 14 Min.
Worum es geht
In dieser Folge des Insight Wirtschaft Podcasts diskutieren Manuel Koch und Alexander Köhne die aktuellen Entwicklungen auf dem Rohstoffmarkt, insbesondere bei Gold und Silber. Während geopolitische Ereignisse wie der Iran-Krieg zunächst zu einem Rückgang der Goldpreise führten, erholten sich die Kurse schnell und halten sich auf hohem Niveau. Zentralbanken bleiben große Käufer, strategisch Goldreserven aufzustocken, wobei einzelne Verkäufe, etwa durch Russland und die Türkei, spezifische Gründe hatten. Langfristig bleibt Gold aufgrund der globalen Verschuldung, des Vertrauensverlusts in Fiat-Währungen und politischer Unsicherheiten eine stabile Investition. Die Diskussion umfasst auch die Rolle von Silber, das trotz kurzfristiger Schwankungen aufgrund industrieller Nachfrage weiterhin attraktiv bleibt. Vorschläge, Goldreserven für kurzfristige Finanzierungen anzutasten, werden als riskant und politisch problematisch bewertet. Abschließend wird die Bedeutung einer Beimischung von Gold im Portfolio betont, um sich gegen wirtschaftliche Unsicherheiten abzusichern.
Beschreibung
Gold und Silber: Welche Faktoren spielen bei den Edelmetallen aktuell eine Rolle? Wer kauft Gold und was passiert bei den Zentralbanken? „Zu Beginn des Iran-Kriegs ist der Goldpreis erst einmal gefallen. Das widerspricht sich vielleicht. In solchen Tagen fallen aber meist alle Assets. Ein großer Teil des Rücksetzers wurde aber wieder aufgeholt. Mittel- und langfristig ist Gold aber die Risikowährung der Welt. 43 Prozent der Zentralbanken planen in den nächsten drei bis fünf Jahren Zukäufe. Die agieren strategisch. Die nutzen Rückgänge wie jetzt gerade oder kaufen sukzessive unabhängig vom Marktrauschen. Man sieht weiterhin viele Zentralbanken auf der Käuferseite. Es gab aber auch zwei große Zentralbanken, die verkauft haben. Das waren Russland und türkische Zentralbank. Das hat aber sehr spezifische Gründe in den Ländern zur Stützung der eigenen Währung", sagt Alexander Köhne. Ökonom Marcel Fratzscher hat unterdessen zur Bewältigung der Krise zum Verkauf der Goldreserven geraten. Was ist davon zu halten? „Ich bin da immer wieder über solche Vorschläge überrascht. Das ist ja auch ein juristisches Problem. Das Gold dient zur Absicherung extremer Krisen. Und ich glaube die haben wir nicht. Und man würde damit auch den Euro schwächen und Vertrauen untergraben. Die Frage ist zudem, ob wir das Geld für etwas Vernünftiges ausgeben würden? Vermutlich nicht!", sagt der Vertriebsleiter vom Edelmetallhändler pro aurum. Alle Details - auch über Silber - im Interview von Inside Wirtschaft-Chefredakteur Manuel Koch von der Frankfurter Börse und auf https://www.proaurum.de
Themen
- Edelmetallmarkt und Investitionen
- Auswirkungen geopolitischer Krisen auf Goldpreise
- Strategien der Zentralbanken bei Goldreserven
- Langfristige Wertaufbewahrung mit Gold und Silber