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Feminismus heißt Schutz – Antigewaltarbeit hat Geschichte

aus Listen to the Archive. Der DDF-Podcast zu feministischer Geschichte · 17.12.2025 · 41 Min.

Beschreibung

Wenn wir heute über geschlechtsspezifische Gewalt sprechen, sprechen wir über Strukturen: über Abhängigkeiten, Tabus und die Frage, wer Schutz bekommt – und wer nicht. Der Blick in die Geschichte zeigt, dass Gewaltschutz immer erkämpft wurde und bis heute verteidigt werden muss. In dieser Folge besuchen wir zwei i.d.a.-Einrichtungen in Bochum, ausZeiten und LIESELLE, und sprechen mit DaMigra darüber, warum Gewaltschutz immer auch eine Frage von Macht, Zugängen und politischen Rahmenbedingungen ist. „Gewalt ist ein riesiger Begriff“, sagt Rita Kronauer, Mitbegründerin von ausZeiten in Bochum. Sie führt uns durch Regalreihen voller sorgfältig beschrifteter Ordner. Allein die Kategorien erzählen Geschichte: von Femiziden, Prozessbeobachtungen und Debatten über sexualisierte Gewalt bis zur seit 2009 geführten Kategorie „sexualisierte Gewalt durch prominente Männer“. Gewalt wird hier als umkämpfter Begriff sichtbar – von alltäglichem Sexismus über digitale Gewalt bis zur sexualisierten Kriegsgewalt – und als Grundlage dafür, dass heutige Debatten überhaupt möglich sind. Bei LIESELLE begegnen wir Gewalt auch als Gegenwartserfahrung: Eine bestickerte Holztür ist zum Archivstück geworden – entstanden nach queerfeindlichen, antifeministischen Angriffen. Sticker wie „Du bist nicht allein“ dokumentieren Einschüchterung und Widerstand zugleich und erinnern daran: Räume zu schaffen, ist eine Reaktion auf Gewalt – gegen Unsichtbarkeit und Ausschluss. Und die Geschichte der Antigewaltarbeit bleibt hochaktuell: Beratungsstellen melden steigende Anfragen, Schutzplätze fehlen, Angebote sind oft nicht barrierefrei und unsicher finanziert. Genau hier setzt das Gespräch mit Rebecca Vinci von DaMigra an, die im Bündnis Istanbul-Konvention eine intersektionale Perspektive in den Alternativbericht einbringt – denn trotz staatlicher Verpflichtungen klafft zwischen Anspruch und Realität eine politische Lücke.