
Linnemann vereidigt, Rechnungshof rügt Etat, Notfallreform: neuer Minister, alte Lücken
aus Pulsschlag Politik · 08.09.2026 · 26 Min.
Worum es geht
Carsten Linnemann wurde als neuer Bundesgesundheitsminister vereidigt, während der Bundestag den Gesundheitsetat 2027 mit deutlich geringeren Mitteln debattiert. Der Bundesrechnungshof kritisiert die fehlenden finanziellen Puffer für die GKV und warnt vor zukünftigen Finanzierungslücken. Die Finanzkommission Gesundheit empfiehlt eine Abkehr von der arztzentrierten Honorierung hin zu teamorientierten Versorgungsstrukturen, um Versorgungsmängel zu vermeiden. Die Notfallreform sieht eine durchgehende telemedizinische Notfallversorgung vor, die kassenärztlichen Vereinigungen verpflichten soll, diese sicherzustellen. Abschließend wird ein innovatives Projekt vorgestellt, bei dem im Klinikum Oldenburg mittels 3D-Druck individuell dosierte und geschmacklich angepasste Medikamente für Kinder hergestellt werden, was die personalisierte Medizin voranbringen soll.
Beschreibung
Pulsschlag Politik, 8. September 2026: Udo Sonnenberg und Christoph Nitz zur Haushaltswoche im Bundestag – neuer Gesundheitsminister Carsten Linnemann, der Bundesrechnungshof zum Gesundheitsetat 2027, die Anhörung zur Notfallreform und der KBV-Protest gegen das GKV-Sparpaket. Kurz gesagt: – Carsten Linnemann (CDU) ist seit 8. September 2026 Bundesgesundheitsminister; am 10. September berät der Bundestag seinen Etat: 14,3 Milliarden Euro, 7,4 Milliarden weniger als 2026. – Der Bundesrechnungshof sieht »keinerlei Puffer mehr« für die GKV-Finanzen. – KBV-Chef Andreas Gassen: drei Milliarden Euro weniger für die ambulante Versorgung, 46 Millionen Behandlungsfälle ohne Finanzierung – »Weniger Mittel heißt weniger Termine.« In dieser Folge: 🧭 Finanzkommission Gesundheit: Gerlach und Schreyögg wollen Versorgungsteams statt arztzentrierter Honorierung; zweiter Bericht am 18. Dezember 2026. 🗣️ Der Kanzler und die Kinderärztin: Merz' »Nutznießer«-Satz an Bea Merscher – 300 Mails, 70.000 Euro Spenden, Kundgebung vor dem Reichstag. 📉 MEDI-Umfrage: 95 Prozent von 1.782 Praxen erwarten schlechtere Versorgung, 61 Prozent wollen weniger Kassentermine anbieten. 🧾 Bundesrechnungshof: kein Pflege-Darlehen mehr für 2027, Transformationsfonds mit »falschen Anreizen«, Klinikzuschläge »nach Gießkannenprinzip«. 💊 15 Jahre AMNOG: Das IQWiG meldet die 1.000. Nutzenbewertung, neu unter anderem Blinatumomab bei Leukämie im Kindesalter. 🚑 Notfallreform: Telemedizin rund um die Uhr über die 116117; Bundesärztekammer: »keine Kapazitäten«, Hausärzteverband: »Verschiebebahnhof«. Dazu die »Fast Lane« des vdek – Rettungsdienstkosten im ersten Halbjahr 2026 plus acht Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. 🩺 KBV-Vertreterversammlung: sechs Anträge einstimmig, Kritik an Kürzungen bei der Frauengesundheit, Hoffnung auf den Ökonomen Linnemann. 🖨️ Tabletten aus dem 3D-Drucker: Das Klinikum Oldenburg druckt Kautabletten für Kinder – Erdbeer-Vanille statt bitterer Pille; 3PRIMED-Symposium am 1. Oktober in Berlin. Über Pulsschlag Politik: Udo Sonnenberg, Politikberater in Berlin und Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken (BVDVA), und Christoph Nitz, Journalist und Leiter des meko factory Redaktionsbüros, diskutieren dienstags in den Sitzungswochen des Deutschen Bundestages über die wichtigsten gesundheitspolitischen Entwicklungen. Nächste Folge: 22. September 2026.
Themen
- Gesundheitsetat 2027
- Finanzkommission Gesundheit
- Notfallreform und telemedizinische Versorgung
- Arzneimittelmarkt und AMNOG
- 3D-Druck von Medikamenten in der Kinderheilkunde
„Weniger Mittel heißt weniger Termine.“