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Manchmal vermisse ich das Chaos, aus dem ich unbedingt raus wollte – warum wir alte Muster, Menschen und Lebensphasen vermissen, obwohl sie uns nicht gutgetan haben

aus Border Allein – Selbstführung für emotional intensive Menschen · 24.09.2026 · 37 Min.

Beschreibung

Manchmal vermisse ich das Chaos, aus dem ich unbedingt raus wollte Es gibt Dinge im Leben, von denen man jahrelang hofft, dass sie endlich vorbei sind. Krisen. Streit. Unsicherheit. Dauerstress. Alte Beziehungen. Alte Muster. Alte Versionen von uns selbst. Und dann sind sie irgendwann tatsächlich weg. Eigentlich müsste sich das gut anfühlen. Eigentlich. Denn manchmal passiert etwas völlig Widersprüchliches: Du vermisst plötzlich genau das, aus dem Du unbedingt raus wolltest. Und dann stellt sich eine unangenehme Frage: Warum vermisst man etwas, von dem man ganz genau weiß, dass es einem nicht gutgetan hat? In dieser Folge spreche ich sehr persönlich darüber, warum Chaos nicht nur belastend sein kann, sondern manchmal auch Struktur, Identität und Intensität gibt. Wenn jahrelang immer irgendetwas gelöst werden musste, wenn ständig ein Problem da war, wenn man immer kämpfen, reagieren oder funktionieren musste, dann entsteht daraus irgendwann mehr als nur eine schwierige Lebensphase. Es entsteht eine Rolle. Der Problemlöser. Der Kämpfer. Derjenige, der alles aushält. Derjenige, der gebraucht wird. Und was passiert eigentlich, wenn diese Rolle plötzlich nicht mehr gebraucht wird? Was passiert, wenn das Leben ruhiger wird? Wenn nicht mehr jeden Tag irgendwo Feuer brennt? Wenn Stabilität da ist – aber sich Stabilität noch gar nicht vertraut anfühlt? Vielleicht vermissen wir dann gar nicht das Chaos. Vielleicht vermissen wir die Intensität. Vielleicht das Adrenalin. Vielleicht Zugehörigkeit. Vielleicht das Gefühl, wichtig zu sein. Vielleicht die Version von uns selbst, die wir in genau diesen Situationen waren. Und genau da wird es spannend. Denn Entwicklung bedeutet nicht nur, etwas zu gewinnen. Entwicklung bedeutet manchmal auch, etwas zu verlieren: alte Rollen. alte Gewohnheiten. alte Menschen. alte Reaktionsweisen. alte Identitäten. Und vielleicht darf man genau das sogar vermissen. Ohne zurückzugehen. In dieser Folge geht es deshalb auch um Beziehungen, alte Dynamiken und die Frage, warum sich etwas Vertrautes oft sicher anfühlen kann – obwohl es uns objektiv nicht guttut. Warum denkt man manchmal an einen Menschen zurück, obwohl man genau weiß: Ich will diese Beziehung nie wieder? Warum erzeugen wir manchmal neue Unruhe, obwohl wir uns jahrelang nach Ruhe gesehnt haben? Und wo liegt der Unterschied zwischen echtem Vermissen und dem Vermissen eines Gefühls, das wir mit einer früheren Lebensphase verbunden haben? Diese Folge ist keine Romantisierung von Chaos. Ganz im Gegenteil. Sie ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Frage, was Veränderung wirklich kostet. Und vielleicht ist eine der erwachsensten Formen von Entwicklung genau das: Etwas vermissen zu können und trotzdem zu wissen, dass es nicht mehr zu Deinem Leben gehört. Wenn Du Dich in diesem Thema wiedererkennst, hör die Folge bis zum Ende. Und stell Dir danach nur eine Frage: Was vermisse ich eigentlich wirklich? Die Person? Die Situation? Die Intensität? Oder die Version von mir, die ich damals sein musste? Nicht alles, was sich vertraut anfühlt, gehört noch zu Deinem Leben. Manchmal ist Entwicklung eben auch, etwas zu vermissen – und trotzdem weiterzugehen. — Sven Co;Gether YouTube Instagram